360°–Multisensorplattform

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Artikel: 360°–Multisensorplattform

Das deutsche Streckennetz in 3D.

In Planungs- und Umbaumaßnahmen der DB sind veraltete, unvollständige oder fehlende Bestandsunterlagen oft eine Ursache für zeitliche Verzögerungen der Projekte. Für die Beschaffung der fehlenden Informationen werden umfangreiche und aufwendige Datenerfassungen oft direkt im Gleis notwendig, mit entsprechenden bahnbetrieblichen Einschränkungen durch Gleiszugänge der Kollegen. Durch die hohe Auslastung der Infrastruktur wird es zunehmend schwieriger notwendige Sperrpausen für diese Maßnahmen zu erhalten.

Im Zuge der Einführung von BIM (Building Information Modeling) bei der DB AG entsteht ein wachsender Bedarf an 3D-Modellen als Grundlage zur digitalen Planung von Baumaßnahmen.

Die 360°-Multisensorplattform bietet einen Lösungsansatz, ein detailliertes oberirdisches und unterirdisches Abbild der Gleisbettumgebung zu erhalten, ohne umfangreiche Einschränkungen für den Bahnbetrieb. Die gewonnenen Daten werden den beteiligten Fachgewerken zur Orientierung und Erkundung der Örtlichkeit zur Verfügung gestellt und helfen z.B. bei der Vorplanung, Planung und Ausschreibung. Durch die Kombination unterschiedlicher Sensoren können in nur einer Messfahrt u.a. Punktwolken, hochauflösende Bildpanoramen und Georadarscans in einem synchronisierten Erfassungsprozess erzeugt werden. 

Mit der 360°-Multisensorplattform können Streckenabschnitte für langgestreckte Infrastrukturprojekte effizient, gezielt und i.d.R. im Regelbetrieb befahren und zusammenhängend erfasst werden. 

Die aktuellen und umfangreichen Daten können u.a. zur Visualisierung des Bestands, zur Identifikation kritischer Bereiche und zur Planung weiterer Detailmaßnahmen genutzt werden, wodurch die Zeit- und Kosteneffizienz erhöht wird. Gleichzeitig liefern die Messdaten eine umfangreiche und präzise Grundlage zur 3D-Modellierung des Bestandes und liefern die vermessungstechnische Basis für BIM-Projekte.